Leiter der Prüfungsabteilung für Umweltbelastung unter Anklage gestellt

Der Ingenieur Jorge Coronel, Leiter der Prüfungsabteilung für Umweltbelastung, wurde vom Anti-Korruptions-Staatsanwalt Arnaldo Giuzzio wegen mutmaβlicher passiver Bestechung unter Anklage gestellt.

Coronel, der vorerst in einem Polizeikommissariat gefangen gehalten und nach einigen Tagen als Abteilungsleiter abgesetzt wurde, verweigerte die Aussage. Laut Giuzzio soll er 20.000 US$ von der Erdölprospektionsgesellschaft Morrison gefordert haben, um ein für die Gesellschaft positives Gutachten auszustellen, mit dem Bohrungen innerhalb des Naturschutzgebietes „Médanos del Chaco“ (Sanddünen des Chaco) erlaubt würden. Staatsanwalt Giuzzio behauptet, dass bei den Verhandlungen die Summe dann auf 15.000,– US$ herabgesetzt wurde und dass man Coronel einen Vorschuss von 1.000,– US$ gegeben habe.

Die Übergabe des Geldes wurde von einer versteckten Kamera aufgenommen.
Der überraschte Umweltminister Carlos López Dose betonte nach der Festnahme, dass der verhaftete Abteilungsleiter auf jeden Fall zu viel versprochen habe, denn die Rechtslage erlaube es nicht, derartige Bohrungserlaubnisse in einem Naturschutzgebiet zu erteilen. „Wir sind gegen die Korruption“, erklärte der Minister.

Das britische Unternehmen Morrison arbeitet zusammen mit einer paraguayischen Firma im Nordwestteil des paraguayischen Chaco, wo bei Probebohrungen bereits Vorkommen von Erdöl und Erdgas festgestellt wurden. Das Unternehmen behauptet, die Anzeige erstattet und im Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft die vorher fotokopierten Banknoten der Anzahlung übergeben zu haben.

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